Wie ich zum Nähen kam

Meine erste Begegnung in 2012 mit einer Nähmaschine war eher zufälliger Natur und ist nur über Umwege zustande gekommen. Es startete mit dem Ende einer Beziehung und einem spontanen Umzug in ein behelfsmäßiges Zimmer, es folgte ein weiterer Umzug in eine vorübergehende Wohnung und endete in einer neuen Liebe <3

Aber zurück auf Anfang. Nachdem ich das behelfsmäßige Zimmer lieber früher als später wieder verlassen wollte, bin ich bei meinem Opa eingezogen, der seit ein paar Monaten alleine leben musste. Um meine neu gewonnene Freiheit und Freizeit zu gestalten, habe ich ihn gefragt, ob ich nicht mal Omas Nähmaschine ausprobieren dürfte. Er sagte sofort zu, da sie nun niemand mehr benutzt. Also spontan alles aus den Ecken gekramt, begutachtet und keine Ahnung von irgendetwas gehabt… Glücklicherweise hatte Oma noch ein paar Stoffreste in den Schränken und ich habe einfach drauf los gelegt. Ohne Bedienungsanleitung, ohne YouTube, ohne alles. Was habe ich geflucht und nicht verstanden, was das Ding da eigentlich tut oder besser gesagt nicht tut. Heute muss ich sagen, es handelt sich um ein wirklich schönes Schätzchen ohne elektrischen oder digitalen Schnickschnack aus den anfänglichen 1990er. Eine Pfaff. Und ich bin sehr froh, dass ich sie habe. Zudem ist es eine wirklich schöne Erinnerung an meine Oma <3

Mein Aufenthalt dort war nicht von allzu langer Dauer. Denn da war dieser Mann. Und aus war es mit der Näherei. Einfach vergessen… Männer können einem echt den Kopf verdrehen. Also wurde der dritte Umzug in einem Jahr gestemmt. Erst ein Jahr später bin ich auf die Idee gekommen zu fragen, ob ich mir die Nähmaschine abholen kann, um der Sache nochmal eine Chance zu geben. Und mein Opa sagte sofort ja. Also ab ins Auto und los ging es. Es gab natürlich in meinem neuen Heim kein separates Zimmer, in dem ich mich hätte einrichten können. Also wurde der Esstisch, der nur bei Besuch zum Einsatz kam, in eine Näh-Area umfunktioniert. Die Schränke füllten sich fortan mit Nähkram und Besuch konnte dort schon lange nicht mehr empfangen werden…

Anfänglich habe ich mich nur an Webware heran getraut. Das ging los mit Kissenhüllen, Loops, Gardinen, Tischdecken, Kulturtaschen und all son Zeug, was keiner braucht und man eh schon zu viel hatte. Aber mir war es egal. Habs halt verschenkt 😉  Ich habe richtig gefallen an der Näherei gefunden und habe langsam aber sicher eine Sucht entwickelt. Nicht nur eine Näh-Sucht, sondern auch eine Stoff-Sucht… Wer kennt es nicht *lach*. Als ich schwanger wurde, zog direkt eine Overlock bei uns ein. Irgendwo musste ja die Kinderkleidung mit genäht werden. Ohhhh Jersey… Das war ein absolut rotes Tuch für mich. Ich bin mit dem dreifach-Geradstich an der normalen Nähmaschine verzweifelt… Eine Overlock ist da echt ein Segen. Also war mein Repertoire schon ganz gut erweitert. Aber war das schon alles? War das die Erfüllung des Nähens? Deko, Gedöns und Kinderkleidung? NEIN!

Also kaufte ich mir das erste Schnittmuster für mich selbst. Und ich bin so froh darüber, dass ich es gemacht habe. Ich liebe es, mir meine eigene Kleidung zu nähen und bin jedes Mal stolz, wenn ich das Stück das erste Mal anprobieren kann. Mit viel Liebe entstehen nun Unikate, die ich für meine geliebte Familie und für mich nähe. Für mich ist nähen mehr als ein Hobby. Es ist die Möglichkeit dem stressigen Alltag eine Weile zu entfliehen und nur für mich zu sein. Es ist mein persönlicher Ausgleich und meine Auszeit, die ich mir gönne. Als Ehefrau und Mutter vergisst man gerne mal sich selbst. Aber wenn ich meinen Stoff-Vorrat und den Paketdienst mit neuen Lieferungen sehe weiß ich, es ist wieder Zeit an mich selbst zu denken.

In diesem Sinne, happy sewing <3

2 Gedanken zu „Wie ich zum Nähen kam“

  1. Hallo!!

    Dein selbstgemachter Pullover / Sweat schaut echt traumhaft aus! Ich möchte mir auch gerne einen selber nähen. Woher hast du das Schnittmuster bzw. wie komme ich dazu?!?

    Danke
    lieben Gruß
    Verena

  2. Hallo
    bin auf der Suche nach Leuten die Selbstgenähtes bei mir ein Platz´l mieten wollen
    um ihre Ware zu verkaufen
    bin zwar in Wien aber mit der Post kann man es mir liefern
    bei Interesse einfach melden
    LG Petra

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